Genveränderung

So vielseitig wie Soja – und das ohne Genveränderung
Die meisten Menschen dürften die Lupine bisher allenfalls als Wildblume kennen – die Pflanzen mit den charakteristischen kerzenförmigen Blüten wuchern an Böschungen und Straßenrändern. Die Lupine ist jedoch viel mehr als ein dekorativer Straßenschmuck. Die Samen der Pflanze, zu Mehl zermahlen oder zu Quark aufbereitet, versetzen die Lebensmittelindustrie in Verzückung: Lupineneiweiß bindet Wasser und Fett, hält Brot frisch und locker, schützt Fett vorm Ranzigwerden, macht Schaum stabil und Gebäck lange saftig.

Zwar hat Soja ähnliche Eigenschaften wie die Lupine – jedoch ist der Großteil der Sojaproduktion genverändert. Mit der Lupine könnte eine naturbelassene, einheimische Pflanze das importierte Gen-Soja vom Markt drängen – für die Landwirtschaft würde ein Traum wahr. Eine neue Züchtung aus Deutschland, die kaum noch Bitterstoffe enthalte, soll den Durchbruch der Lupine als Lebensmittel bringen. Sie hat das Potenzial, die Sojabohne Europas zu werden.